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ABC-Klebebänder

Neben der gründlichen Vorbereitung der technischen Details der Stanzlingsherstellung ist auch die richtige Auswahl der Klebeschicht, mit der die Stanzlinge in der Endanwendung ausgestattet werden, von großer Bedeutung.

Bei der Auswahl des geeigneten Klebematerials ist es notwendig, die Spezifikation des zu verklebenden Untergrundes (ob Kunststoff PE, PP, PVC, Metall, Mineralwerkstoff, Glas, ABS etc.), dessen Oberfläche (glatt, mittelrau, strukturiert…), Umgebungsbedingungen (innen, außen – UV, Witterungseinflüsse…), Temperaturbedingungen (Einwirkung von niedrigen oder hohen Temperaturen) und eventuelle weitere mechanische Belastungen (Vibrationen, mechanischer Druck auf die Fuge…) zu kennen. Darüber hinaus ist es sehr wichtig zu wissen, ob die angebrachten Ausschnitte dauerhaft auf dem Untergrund befestigt werden oder sich leicht und ohne Klebstoffrückstände von der Oberfläche entfernen lassen.

Acrylklebstoffe

Sie weisen meist eine hohe Alterungs- und Witterungsbeständigkeit – UV-Strahlung – auf, verfügen zudem über eine hohe Klebkraft und einen relativ hohen Anwendungstemperaturbereich, eine gute Anfangs- und eine ausgezeichnete Endklebekraft. Ein weiterer Vorteil ist die relativ variable Möglichkeit, die endgültigen Eigenschaften, wie beispielsweise das richtige Verhältnis zwischen Adhäsion und Kohäsion, zu modifizieren. Aus diesem Grund gibt es Hunderte Arten von Klebebändern auf Acrylbasis. Allerdings lassen sich nur wenige davon rückstandslos von der Oberfläche entfernen.

Kautschukklebstoffe

Es gibt Klebstoffe aus Kunst- und Naturharzen. Ihr größter Vorteil ist die hohe Anfangshaftung sowie die gute Klebkraft auf den meisten Oberflächen. Der Temperaturbeständigkeitsbereich von Klebebändern mit diesem Klebstoff ist geringer als der von Klebebändern auf Acrylbasis. Aufgrund ihrer geringen Alterungs- und UV-Beständigkeit eignen sie sich besonders für den Innenbereich. Aufgrund ihrer hohen Kohäsion (innere Festigkeit) eignen sie sich sehr gut für Anwendungen mit leichter Entfernbarkeit vom Untergrund ohne Klebstoffrückstände, also für Abdeckanwendungen. Naturkautschukklebstoffe sind umweltneutral.

Schmelzklebstoffe

Sie werden bei der Produktion im 100%igen Zustand aufgetragen, das heißt, sie werden vor der Anwendung nicht mit irgendwelchen Lösungsmitteln verdünnt, sondern erst nach der Erwärmung, also nach einer Viskositätsänderung, auf die verschiedenen Papiere und Membranen aufgetragen. Durch eine zusätzliche Vernetzung können diese Klebstoffe hochtemperaturbeständig gemacht werden. Sie weisen im Allgemeinen eine sehr hohe Anfangs- und Dauerklebrigkeit auf. Allerdings sind sie nur bedingt beständig gegen UV-Strahlung, empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen und weisen eine verminderte Alterungsbeständigkeit auf.

Silikonklebstoffe (Polysiloxan)

Sie eignen sich besonders für Anwendungen in extrem hohen Temperaturbereichen (von -100°C bis +350°C). Klebebänder mit diesem Klebstoff sind auch bei hoher Temperaturbelastung von Oberflächen wieder ablösbar. Die Bänder halten sogar auf sehr schwierigen Oberflächen, sogar auf Silikon. Sie sind sehr witterungs- und chemikalienbeständig, extrem alterungsbeständig und haben eine lange Lebensdauer. Sie zeichnen sich durch eine geringe Anfangshaftung aus, die nach 72 Stunden deutlich zunimmt, und verfügen zudem über eine hohe innere Festigkeit (Kohäsion), wodurch sich das Klebeband problemlos und ohne Kleberückstände vom Untergrund entfernen lässt.

Einseitige Klebebänder

Sie bestehen aus einem Träger (PP-, PE-, PET-Folie, Textilien, Spezialpapiere, Laminate etc.), der einseitig mit Klebstoff (Acrylat-, Kautschuk-, Silikon-Kleber etc.) beschichtet ist. Je nach Trägermaterial und Klebstoffauftragsmenge kann die Klebstoffschicht zusätzlich mit silikonisiertem Schutzpapier oder Folie abgedeckt sein, die vor dem Auftragen entfernt wird. Je nach Verwendungszweck kennt man beispielsweise: Abdeckklebebänder, die meist für die kurzfristige Anwendung (für wenige Minuten oder Stunden) oder für langfristige Abdeckarbeiten (bis zu mehreren Wochen) vorgesehen sind. Es werden auch voll funktionsfähige Klebebänder hergestellt, die z.B. die Rolle luft- oder wasserdichter Verbindungen im Bauwesen. Dank dieser Funktionen bleibt das Band nach der Anwendung für die gesamte Lebensdauer der Struktur dauerhaft an einer Stelle eingebettet. Die Klebeschicht kann hierbei auch eine Dichtfunktion übernehmen. Bei einseitigen Klebebändern ist der Träger oft wichtiger als die Klebeschicht (seine UV-Beständigkeit, Reißfestigkeit, Elastizität, Flexibilität, Dehnbarkeit etc.).

Doppelseitige Klebebänder

Sie bestehen aus einem silikonisierten Abdeckmaterial (Silikonfolien – PE, PP, PET – oder Silikonpapier) und einer Klebeschicht, die für eine höhere Stabilität der Klebeverbindung verstärkt sein kann.

Doppelseitige Transferklebebänder

Sie bestehen lediglich aus einer Klebeschicht und einem silikonisierten Abdeckmaterial, sind also ohne Verstärkung.

Sie werden zum Kaschieren von PU-Schaumstoffen oder leichten Textilmaterialien verwendet, die anschließend selbstklebend aufgebracht werden. Diese Bänder haben meist eine geringe Klebeschichtstärke von 30g bis max. 90 g/m2.

Doppelseitige Klebebänder mit Vliespapierverstärkung (Gewebeklebebänder)

Als Verstärkung dient hierbei eine sehr dünne Schicht (meist bis zu 15 Mikrometer) Vliespapier, die zum einen die Aufgabe hat, die Klebeschicht zu stabilisieren und zum anderen für eine gleichmäßige Verteilung des Klebstoffs auf beiden Seiten dieses Trägers zu sorgen. Diese Bänder verfügen meist über geringere Klebeschichten (ab 80g bis max. 150g/m²) und werden vorwiegend zum Verkleben von Papier (als Spleißbänder), Textilien und dergleichen verwendet.

Doppelseitige Klebebänder mit Folienverstärkung

Die Dicke der Trägerfolie (meist PET oder BOPP) beträgt ab 12 µm. bis zu 30 Mikrometer.

Diese Bänder werden typischerweise für hochfeste Verklebungen verwendet oder der Folienträger dient zur Trennung zweier Klebstoffarten mit unterschiedlichen Klebeeigenschaften. Eine schwach klebende Schicht auf der einen und eine stark klebende Schicht auf der anderen Seite der Verstärkungsfolie. Bei dieser Art doppelseitiger Klebebänder ist auf beiden Seiten des Trägers häufig eine unterschiedliche Klebstoffstärke vorhanden. Dabei handelt es sich um die wertvollsten Bänder, die sich auch sehr gut zur Herstellung von sog. Fingerlift-Tape-Design, was bedeutet, dass das Tape zur besseren Anbringung an beiden Kanten (oder nur an einer Kante) einen nicht klebenden Teil der abdeckenden silikonisierten Folie oder des Papiers hat. Eine typische Anwendung von Fingerlift-Klebebändern ist die Herstellung von selbstklebenden Umschlägen für den Versand von Textilwaren oder die Herstellung von selbstklebenden Kartonverschlüssen. Die nicht klebende Breite der silikonisierten Folie oder des Papiers kann zwischen 2,5 mm und 5 mm liegen.

Wenn Sie Interesse an der Herstellung von doppelseitigen Fingerlift-Klebebändern haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Doppelseitige Klebebänder mit Netzverstärkung (Fasern)

Der Bandträger besteht hierbei aus PES-Fasern (rechteckig oder diagonal verwebt).

Das so hergestellte Klebeband weist eine hohe Klebstoffauftragsstärke von 60 g/m² bis 260 g/m² auf.

Der Vorteil dieser Bänder liegt darin, dass sie auch auf strukturierten und rauen Oberflächen eingesetzt werden können. Ein typisches Anwendungsgebiet ist beispielsweise die Bauindustrie, wo diese Bänder auch auf mineralische Untergründe wie Putz, raue unbehandelte Holzoberflächen etc. geklebt werden. Durch die Verwendung von Gewebe ist die Klebeverbindung sehr flexibel und gleichzeitig belastbar.

Eine besondere Gruppe von Armierungen sind dichte Gewebe (sie haben das Aussehen von Gaze), die zur beidseitigen Verklebung von Bodenbelägen, insbesondere Teppichen, eingesetzt werden.

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